… oder der Kampf in meinem Kopf

Vergiss-mich-selbst-Schlaf

Es ist Zeit, diese Woche noch einmal intensiv revue passieren zu lassen und ich muss bei näherem Hinschauen sagen, dass es mir in dieser Woche deutlich besser ging, als in den Wochen davor. Im Prinzip habe ich nichts Anderes gemacht wie in den anderen Wochen, aber in dieser Woche gab es Tage, wo ich kaum den Schwindel spürte bzw. überhaupt nicht beachtete (oder beachten musste).

Ich merke es auch daran, dass ich viel weniger darüber schreibe und viel weniger über meinen Kampf dagegen berichte. Meine Aufmerksamkeit ist von den Schwindelsymptomen abgerückt und ich merke auch dahingehend eine Veränderung, dass ich vielleicht wirklich schon innerlich ein bisschen ruhiger werde. Ich habe aber auch schon einiges verändert: statt Unmengen an Kaffee trinke ich nun Kräuterteemischungen (obwohl ich Kaffee nach wie vor liebe) und mittlerweile gelingt es mir schon ab und an, dass ich den Tee, den ich trinke sogar ein bisschen lecker finde. Mit dem Tee trinken habe ich versucht, mir Rituale anzugewöhnen. Dabei ist es einfach nur so, dass ich mir vornehme, die Tasse Tee in Ruhe und bewusst zu trinken und nicht schon nebenbei 1000 andere Dinge zu erledigen oder im Kopf durchzutakten. Ich fange an, besser zu schlafen, habe jetzt schon jede Nacht fast 3 bis vier Stunden, die ich durchschlafe ohne aufzuwachen (früher war ich beinahe jede Stunde wach). Ich nehme zusätzlich jede Menge Magnesium zu mir und seit einer Woche habe ich kaum noch mit diesen massiven Hals- und Schulterverspannungen zu tun und hatte keine Kopfschmerzen mehr! Ich gehe jeden Tag meine Runde mit meinen Walking-Stöckern (außer, als die Erkältung mich jäh niedergeschmettert hatte – da habe ich 2x geschwänzt :-(. Ich habe einen online-Englischkurs gebucht, den ich ehrgeizig verfolge. Und ich schreibe jeden Tag – entweder hier im Blog oder ganz klassisch per Hand in mein Tagebuch.  Ich habe nächste Woche eine Verabredung mit einer Kollegin (wir waren schon über ein Jahr dabei, einen Termin zu finden) und hatte mich letzte Woche mit einer Freundin (die einmal meine beste Freundin war) zum Mittag getroffen und nach dem Essen meinte sie, ob wir nicht mal wieder was zusammen unternehmen wollten. Wir hätten uns irgendwie aus den Augen verloren. Und wir haben dann auch direkt einen Termin festgemacht. Insgesamt nehme ich mir also viel mehr Zeit für mich, bin aufmerksamer mir gegenüber geworden und verändere mich auch im Umgang mit meinen Leuten (versuche und schaffe es teilweise auch, mich weniger zu ärgern und weniger zu streiten).

Gestern war ich beim Friseur und hab mir meine Haare drastisch kürzen lassen. Ich hatte Lust darauf und witzig ist, dass ich dadurch auch jünger und energierreicher aussehe. Nach dem Friseurbesuch traf ich noch meine Schwester und wir beide hatten spontan Lust auf einen Kaffee (was wir auch seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht haben). Danach traf ich noch eine frühere Bekannte und wir stellten abschließend fest, dass wir uns unbedingt wiedersehen wollten. Gestern Abend schickte sie mir dann schon eine sms und auch den Termin werde ich fest einplanen.

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin aus einem langen Schlaf ausgewacht … aus dem vergiss-mich-selbst-Schlaf aufgewacht. Ich habe meinen Alltag routinemäßig und mit hohem Stresspotential erledigt, war für andere da, hatte alles im Haus und Garten und Büro im Griff, aber ich hatte mich selbst total vergessen … lebte zwar … aber nicht mehr für mich, sondern nur noch für die Pflichten, für die Aufgaben, für die anderen … Kein Wunder, dass dann mein Körper rebellierte und mir vielleicht mit dem Schwindel ganz massive Signale sandte …

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Kommentare zu: "Vergiss-mich-selbst-Schlaf" (3)

  1. Das liest sich wunderbar und ich wünsche dir ein schönes Aufwachen aus deinem Schlaf 😉
    Ich denke ich kenne diesen tiefen Schlaf auch, kämpfe auch gerade dagegen an aber ich fühle mich dadurch leider nicht wirklich zufriedener. Ich hab eher das Gefühl dass ich nun Aufgaben die ich früher ganz einfach erledigt habe jetzt plötzlich nicht mehr schaffe.
    Aber sorry hier gehts nicht um mich sonder darum dass es dir besser geht und das liest sich schön!
    LG von einer eigentlich Unbekannten, die dich aber sehr gerne liest!

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    • Vielen Dank für Deine Antwort. Oh,nein, es geht hier nicht nur um mich, sondern ein Blog ist doch auch dazu da, andere zum Nachdenken zu bringen, zu inspirieren, vielleicht auch das Gefühl zu geben, nicht allein mit seinen Problemen zu sein, sondern dass es unzählig viele andere gibt, denen es ähnlich geht. Mir hatte das damals in der ersten schlimmen Phase des Schwindels geholfen, als ich merkte, dass es andere mit ähnlichen Verläufen gibt, die genau so verzweifelt waren, die allein gelassen von den Ärzten und teilweise auch allein gelassen von ihrem Umfeld. Beim Schwindel ist es ähnlich wie bei den meisten Krankheiten. Menschen, die das noch niemals erlebt haben, können meist nicht einmal ansatzweise nachvollziehen, wie es einen damit wirklich geht und was man dann in dieser Zeit eigentlich am meisten braucht. Bei mir wäre das ein Ohr zum Zuhören und vielleicht eine Schulter zum Anlehnen gewesen. Deshalb tut mir dieser Blog auch soooo gut, einmal, weil ich berichten darf. Auch, wenn ich mich manchmal ein bisschen schäme, dass oft eine kleine Selbstmitleidarie daraus wird. Wenn Du mehr über Dich berichten magst, höre ich Dir gerne zu … 🙂

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      • Danke für deine lieben Worte. Ein wenig was von mir kannst du eh auf meinem Blog lesen, aber mir geht es da ähnlich wie dir, ich hab dann recht schnell das Gefühl, dass ich ständig nur am jammern bin und halte mich auch am Blog immer wieder ein wenig zurück. Privat bzw. Auge in Auge ist es noch schlimmer, da schaffe ich es eigentlich nie wirklich zu sagen, was ich fühle oder wie es mir geht.

        Als ich deinen obigen Beitrag gelesen habe, fand ich es sehr schön zu lesen, dass du einen Weg gefunden hast wieder für dich da zu sein und dir Gutes zu tun und dich dabei auch noch wirklich gut und wohl fühlst. Ich habe auch in den letzten Wochen wieder angefangen mehr für mich zu tun. Ich habe meinen Blog gestartet, etwas dass ich schon ewig machen wollte. Ich schreibe wieder mehr Geschichten und auch Gedichte, etwas dass ich früher immer unglaublich gerne gemacht habe. Und ich lese wieder mehr. Alles Dinge, die mich grundsätzlich unglaublich entspannen und die mich glücklich machen. Und doch fühle ich mich nicht glücklich, sondern werde im Gegensatz vom schlechten Gewissen fast aufgefressen, weil andere Dinge liegen bleiben, andere Dinge, die auch wichtig wären.
        Früher habe ich fast ununterbrochen gearbeitet und ich habe manchmal das Gefühl, dass es mir damals besser ging als jetzt. Aber ich denke auch, dass es damals einfach nur ein einschließen war. Mit der vielen Arbeit habe ich auch viel von meinen Gefühlen einfach weggeschlossen.

        Oje das ist jetzt lang geworden und ich hoff nicht allzu verwirrend.

        Ich danke auf jeden Fall nochmal für deine lieben Worte und deinen tollen Blog.
        LG, Ingrid

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