… oder der Kampf in meinem Kopf

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Immer, wenn es einem schlecht geht …

Ihr Lieben, da bin ich nun reumütig zurück … aus dem einfachen Grund, dass seit zwei Wochen der Schwindel wieder richtig zugeschlagen hat. Und wann besinnt man sich immer auf die wichtigen Dinge im Leben? – Richtig – meistens, wenn es einem schlecht geht.

Die Wochen vor Weihnachten ging es mir relativ bis richtig gut und ich hatte erstmals seit über einem Jahr Tage dabei, wo ich keinerlei Schwindel verspürte. Das war so herrlich, dass ich es nicht glauben konnte, dass es real ist (was widerum ein Fehler ist, denn anstatt das zu genießen und als richtig hinzunehmen, ist man immer auf der Suche nach einem Anzeichen von Schwindel … War da nicht was? Drehte sich nicht gerade der Hintergrund? Ist da nicht ein komisches Gefühl im Kopf? usw. Solche Gedanken beherrschen einen dann *seufz*)

Nun, und passend mit Weihnachten fing es wieder richtig an, sich in meinem Kopf zu drehen. Warum? – Keine Ahnung. Der Arzt meinte, dass Weihnachten immer Stress bedeutet. Da hat er wahrscheinlich auch Recht mit, zumal wir Weihnachten feststellen mussten, dass in der noch vorhandenen Wohnung meines Mannes an seinem Heimatort eingebrochen worden war. Das war ein schöner Abschluss des 1. Feiertages 😦

Und jetzt weiß ich nicht, wie ich wieder zurück in diesen Zustand gelangen kann, wo es meinem Kopf komplett gut ging. Zur Zeit ist wieder das komplette Programm da: drehen, wabbelige Beine, weicher Boden und auch ein bisschen das Gefühl zu fallen. Und wieder ist man ein bisschen mutloser, dagegen zu kämpfen, denn der Schwindel holt mich immer wieder ein. Aber dass ich heute hier auf diesem Blog gelandet bin, ist ja vielleicht der erste Schritt zur Kampfansage … *lächel*

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Schwindelnder Schwindel

Das ist mir heute so in den Sinn gekommen. Eigentlich beschwindelt mein Schwindel mich doch, wenn er mir vorgaukelt, dass mir schwindelig ist bzw. dass die Welt und der Boden wackelig und wabbelig sind, sie es aber in Wirklichkeit überhaupt nicht sind …

Aber beschwindelt mich der Schwindel oder beschwindelt mich mein Kopf bzw. mein Körper? Im weitestens Sinne sind sehr viele schwindelnde Prozesse oder Organe oder Dinge beteiligt. Mein Gehirn beschwindelt mich, indem es mir Schwindel vorgaukelt. Meine Beine oder Nervenbahnen beschwindeln mich, wenn sie den Boden als weich und wabbelig empfinden. Meine Angst, die beim Schwindel ausgelöst wird, beschwindelt mich, indem sie mir eine große Gefahr (oder schlimme Krankheit) vorgaukelt, obwohl alles ein harmloser Schwindel ist. Ich beschwindel mich, wenn ich mir im Kopf beschwörend zuflüstere: „Das ist nichts. Der Schwindel ist nicht echt.“ Beschwindel ich mich vielleicht sogar selbst, weil ich an diesem Schwindel schon so lange festhalte????

Das ist ein interessanter Gedanke … vielleicht ein bisschen schon im Schwindelzentrum in einer Gruppendiskussion angestoßen. Hält man (oder ich) an diesem Schwindel fest, weil meine Psyche mich vor unangenehmen Aufgaben, Dingen, Pflichten, belastenden Situationen oder ähnlichem schützen will … Kann man sich vielleicht gar hinter seinem Schwindel verstecken, da man ja durch den Schwindel bedingt, weniger belastbar ist oder manche Dinge unmöglich durchführbar sind … Uih … das ist ein Gedanke, den ich, glaube ich, heute Abend nicht weiter vertiefen möchte (aber ganz sicher noch vertiefen muss). Dazu bin ich heute einfach zu müde …

Euch allen einen wunderbar entspannte und ruhige gute Nacht!!!

Angst … ein Teufelskreis

Wie versprochen, folgt nun mein Beitrag zum Teufelskreismodell der Angst. Im Schwindelzentrum in Essen haben sie uns sehr mit diesem Thema vertraut gemacht, denn gerade bei Schwindelerlebnissen spielt die Angst eine große Rolle. Oder sie wird zum unmittelbaren Begleiter in eigentlich schwindelfreien Phasen, da man in ständiger Angst vor der nächste Schwindelattacke lebt.

Nun also zum Teufelskreismodell der Angst … Ich werde am besten ein kleines Foto schießen, dann kann man es besser nachvollziehen …

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Ich werde es am Beispiel eines Schwindelerlebnis erklären. Auslöser kann sein, dass sich plötzlich mein Umfeld zu drehen beginnt. Mir ist schwindelig. Diese Wahrnehmung lässt mein Herz rasen und Gedanken entstehen, dass ich plötzlich ohnmächtig werde oder sich etwas noch Schlimmeres, wie z. B. ein Herzinfarkt, dahinter verbirgt. Diese Gedanken lösen Angst aus und am liebsten möchte man aus dieser Situation fliehen (tut es auch, wenn man z. B. in einem Einkaufsladen oder einem engen Raum so eine Angst erlebt). Durch die Angst schlägt das Herz schneller, Adrenalin steigt, es kommt zu einer schneller und veränderten Blutversorgung und einer schnelleren Atmung. Unter Umständen empfindet man nun ganz stark dieses Herzklopen, Kribbeln in den Fingern, Schwindel, Benommenheit, sieht verschwommen und diese Symptome nimmt man wahr und die Gedanken, was nun gerade Schlimmes mit einem passiert, verstärken sich, was widerum noch stärkere Angst auslöst, was natürlich noch mehr physiologische und körperliche Symptome auslöst … und schon ist man mitten drin einer massiven Panikattacke, die einem wirklich fast eine Art Todesangst empfinden lässt.

Erlebt man diese Attacken die ersten Male, ist man total mutlos, klein, ängstlich, am Boden. Hat man schon mehrere hinter sich gebracht oder weiß ganz einfach, dass eine Panikattacke von selbst wieder vorbeigeht, kann man es schaffen, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die hilfreich sein können, sich dort wieder herauszuholen. Mir hilft zum Beispiel sehr konzentriertes Atmen. Versuchen, bewusst ganz ruhig zu bleiben, vielleicht immer wieder die Worte „es geht vorüber“ vor sich hinmurmeln oder sich mit etwas Anderem ablenken. Mein Hausarzt riet mir mal, sich ein Liedchen in Gedanken vorzusingen und sei es noch so banal. Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit von sich und seinem Körper, von diesen angstmachenden Symptomen wegzubringen und sich auf etwas Anderes zu konzentrieren.

Puh, das war nun schon etwas theoretisch, oder? Zum Glück habe ich wirklich schon seit Monaten nicht mehr, solch eine schlimme Panikattacke erlebt und ich hoffe inständig, dass mir das auch in der Zukunft erspart bleiben wird bzw. dass ich gut damit umgehen kann, wenn es mich doch treffen sollte …

Besserung …

Ich glaube (und denke und hoffe), dass es aufwärts geht … Doch, so könnte man es ausdrücken. Der Schwindel war heute weniger bzw. immer, wenn mir komisch wurde oder war, konnte ich viel besser damit umgehen. Ich merke, dass ich lerne, dem Ganzen noch weniger Beachtung zu schenken, als ich es ohnehin schon versucht habe. Gerade beim Aufmerksamkeitsschwindel ist es total wichtig, sich nicht ständig übersensibel selbst zu beobachten und jegliche Veränderung im Körper als Symptom zu interpretieren, welches nicht normal ist. Also, habe ich versucht, dieses Gefühl (es wurde z. B. mal wieder der Boden weich, oder ich hatte leichtes Drehen im Kopf) einfach hinzunehmen und mit den beruhigenden Worten „das ist ganz normal“ mich zu beruhigen. Denn Vieles ist in der Tat ganz normal. Jeder Mensch schwankt täglich mehrfach oder macht Ausfallschritte nach links oder rechts. Ganz kleine natürlich und im normalen Rahmen, denn der Körper ist ja nicht starr und unbeweglich sondern wird beim Laufen, Stehen, Sitzen durch verschiedenste Körpervorgänge im Gleichgewicht gehalten. Ein Mensch ohne Schwindel merkt diese Ausfallschritte überhaupt nicht, da das Gehirn sie als ganz normal herausfiltert. Ein Mensch mit psychogenen Schwindel hingegen registriert jegliche Veränderung im Körper und in der Umwelt übersensibel und dieses Gefühl löst dann halt Schwindel aus oder das Gefühl allein wird als Schwindel interpretiert.

Gar nicht so leicht, aus diesem Missempfinden wieder herauszufinden. Ich denke, es wird noch ein recht langer Weg sein. Der Arzt meinte, das könne bis zu einem Jahr oder sogar noch länger dauern (es kann natürlich auch schneller sein – je nachdem, wie sehr man an sich arbeitet).

Brav habe ich heute schon einen Teil meiner physiotherapeutischen Übungen gemacht, aber eigentlich müsste ich noch ein bisschen … Hmmm, ich denke, wo ich jetzt eh schon in Gedanken dabei bin, gehe ich noch ein bisschen üben …

Vielleicht bis später … oder wenn wir uns nicht mehr lesen: „Schlaft recht schön“ 🙂

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