… oder der Kampf in meinem Kopf

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Besserung …

Ich glaube (und denke und hoffe), dass es aufwärts geht … Doch, so könnte man es ausdrücken. Der Schwindel war heute weniger bzw. immer, wenn mir komisch wurde oder war, konnte ich viel besser damit umgehen. Ich merke, dass ich lerne, dem Ganzen noch weniger Beachtung zu schenken, als ich es ohnehin schon versucht habe. Gerade beim Aufmerksamkeitsschwindel ist es total wichtig, sich nicht ständig übersensibel selbst zu beobachten und jegliche Veränderung im Körper als Symptom zu interpretieren, welches nicht normal ist. Also, habe ich versucht, dieses Gefühl (es wurde z. B. mal wieder der Boden weich, oder ich hatte leichtes Drehen im Kopf) einfach hinzunehmen und mit den beruhigenden Worten „das ist ganz normal“ mich zu beruhigen. Denn Vieles ist in der Tat ganz normal. Jeder Mensch schwankt täglich mehrfach oder macht Ausfallschritte nach links oder rechts. Ganz kleine natürlich und im normalen Rahmen, denn der Körper ist ja nicht starr und unbeweglich sondern wird beim Laufen, Stehen, Sitzen durch verschiedenste Körpervorgänge im Gleichgewicht gehalten. Ein Mensch ohne Schwindel merkt diese Ausfallschritte überhaupt nicht, da das Gehirn sie als ganz normal herausfiltert. Ein Mensch mit psychogenen Schwindel hingegen registriert jegliche Veränderung im Körper und in der Umwelt übersensibel und dieses Gefühl löst dann halt Schwindel aus oder das Gefühl allein wird als Schwindel interpretiert.

Gar nicht so leicht, aus diesem Missempfinden wieder herauszufinden. Ich denke, es wird noch ein recht langer Weg sein. Der Arzt meinte, das könne bis zu einem Jahr oder sogar noch länger dauern (es kann natürlich auch schneller sein – je nachdem, wie sehr man an sich arbeitet).

Brav habe ich heute schon einen Teil meiner physiotherapeutischen Übungen gemacht, aber eigentlich müsste ich noch ein bisschen … Hmmm, ich denke, wo ich jetzt eh schon in Gedanken dabei bin, gehe ich noch ein bisschen üben …

Vielleicht bis später … oder wenn wir uns nicht mehr lesen: „Schlaft recht schön“ 🙂

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Glücklich gelandet :-)

So, seit gestern Abend bin ich wieder daheim. Im Schwindelzentrum hatten wir noch bis 16 Uhr ein straffes Programm und dann am Freitag Nachmittag, wenn die Bahn streikt, in NRW die Herbstferien zu Ende gehen, in Essen Spielemesse ist, wieder aus Essen rauszukommen, war gar nicht so einfach und wir hatten dazu eine Stunde mehr, als geplant, gebraucht.

Der Tag gestern im Schwindelzentrum war nicht mehr ganz so anstrengend wie Tag vier. Zwar waren wir noch drei Stunden in der Physiotherapie, aber dort ging es hauptsächlich um das Einüben des Eigenübungsprogramms und einer abschließenden Begutachtung durch den Physiotherapeuten.

Nach der Mittagspause hatten wir noch einmal Gruppentherapie. Dort war das Thema „Gedanken“ noch einmal an der Tagesordnung sowie „Schwindeleinteilung aus neurologischer Sicht“ und zum Schluss gab es noch eine Entspannungsübung. Danach waren wir entlassen.

Ich war auch dermaßen kaputt und müde und mein Schwindel hatte ja kontinuierlich in dieser Therapiewoche zugenommen, was aber durchaus normal ist und noch ein bis zwei Wochen anhalten kann. Dennoch soll ich nun jeden Tag meine Übungen machen (mindestens eine halbe Stunde pro Tag) und natürlich aus Psychologensicht an meinem Angst- und Aufmerksamkeitsschwindel weiterarbeiten.

Was gestern noch einmal ganz klar wurde, dass ich wohl nach einem organischen Schwindel über einen Stress-Schwindel einen Angst- und Aufmerksamkeitsschwindel entwickelt habe. Der Grund dafür ist relativ einfach: Es hat einfach zu lange gedauert vom Gleichgewichtsausfall bis zur Diagnose im Schwindelzentrum, denn kein HNO oder Neurologe oder Hausarzt hat es so genau beurteilen und in Worte fassen können, wie die Spezialisten in Essen. Wäre die Diagnose schon drei bis vier Wochen nach dem Gleichgewichtsausfall gestellt worden und wäre man informiert und darauf vorbereitet worden, dass sich ganz häufig nach organischen Schwindelerkrankungen psychische Komponenten einschleichen, wäre alles niemals so schlimm geworden …

Tja, aber alles „hätte“ und „wäre“ und „wenn“ ist jetzt nutzlos und es lohnt sich nicht mehr weiter darüber nachzudenken.

So, jetzt gehe ich noch ein bisschen raus, das superschöne Herbstwetter genießen … 🙂

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