… oder der Kampf in meinem Kopf

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Heute Morgen war ich noch einmal zur Blutabnahme bei meinem Hausarzt, um abzuklären, ob nicht eventuell doch die Schilddrüse Auslöser für diesen diffusen Dauerschwindel ist. Morgen bekomme ich das Ergebnis. Sollte das negativ sein, ist wohl tatsächlich der phobische Schwindel dafür verantwortlich. Aber das nehme ich ja eigentlich längst an und deshalb muss ich den Kampf dagegen weiterkämpfen.

Nächsten Montag beginnt meine Woche in dem Schwindelzentrum der Essener Uniklinik. Ich bin gespannt, ob ich da weitere neue Erkenntnisse oder vielleicht auch weitere Lösungs- oder Therapiemöglichkeiten kennen lerne. Allerdings werden mich 5 Tage dort nicht komplett von meinem phobischen Schwindel heilen können. Der Arzt meinte, da er sich jetzt schon so lange aufgebaut hat, wird es auch lange dauern, ihn loszubekommen. Trotzdem bin ich gespannt auf diese Zeit und ich bin auch neugierig auf die Menschen mit gleichem oder ähnlichem Leiden, die ich dann in dieser Klinik treffen darf. Was mich an meisten daran freut, ist, Gespräche mit Menschen über den Schwindel zu führen, die genau wissen, wovon Du redest. Klar, die meisten Menschen haben schon mal mehr oder weniger Schwindel verspürt. Alleine, wenn man sich zu schnell dreht oder ein wildes Karussell fährt. Aber wer noch nicht so lange an einem Schwindel gelitten hat (also über Wochen und Monate und sogar Jahre), der kann gar nicht erahnen, wie sehr so ein Schwindel Dein Denken und Handeln extremst beeinflussen kann und wieviele Möglichkeiten und Situationen man in so einem Zustand verstreichen lässt, ohne sie zu leben oder zu ergreifen. Hmmm, jetzt habe ich mich ein bisschen diffus ausgedrückt. Ich meine, in meiner jetzigen Situation würde ich niemals meinen Job wechseln, egal, wie sehr er mich nervt oder langweilt. Aber wie könnte ich einem neuen Job nachgehen, evtl. sogar die Firma wechseln und dann werde ich plötzlich wieder von so heftigen Attacken heimgesucht?! Nein, das würde ich nicht wagen!

Oder auch eine lange Fernreise würde ich zur Zeit nicht antreten. Was, wenn einem dieser schlimme Drehschwindel mit Übelkeit und Panikattacken überfällt und Du sitzt 15 Stunden im Flugzeug. Oder Du hälst Dich später in einem Land auf, Tausende von Kilometern von zu Hause entfernt und Du liegst machtlos und kraftlos in irgendeinem fremden Hotelbett und kannst Dich nicht mal aufrecht zur Toilette bewegen, ohne dass Du umkippst. Nein, solche Dinge würde ich derzeit einfach nicht angehen. Und es gibt sicherlich noch ganz ganz viele Situationen mehr, die ich meide oder versuche zu umgehen oder die ich verschiebe.

Das ist schon irgendwie eine enorme Beeinträchtigung … allein, dass Du diese Möglichkeiten für Dich innerlich ausschließt … Du bist mit Schwindel nicht wirklich frei in Deinen Entscheidungen … ganz sicher nicht …

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